RAW-Format
Der Sensor (Chip ) einer Digitalkamera besitzt eine Anzahl von sog. Pixeln (Bildpunkten), die einfallendes Licht in elektrische Ladungen umwandeln können. Je mehr Licht auftrifft, desto höher ist die elektrische Ladung an dieser Stelle. Vor diesem Sensor befindet sich ein Mikrofilter (Bayermaske), die jedem Pixel nur das Licht einer Grundfarbe (Grün, Blau, Rot) zukommen lässt. Auf einem Quadrat von 4 Pixeln besitzen 2 einen grünen Filter und die beiden anderen jeweils einen roten und einen blauen Filter. Der Sensor liefert also von jedem Pixel des Bildes nur die Information über die Intensität einer der drei Grundfarben. Speichert man diese unvollständigen Informationen so, wie sie von Chip ausgelesen werden, in einer Datei ab, erhält man eine Bilddatei im RAW-Format.
Zur Erstellung eines Farbbildes sind aber für jeden Bildpunkt (Pixel) Angaben über alle drei Grundfarben nötig. Wenn im Display einer Kamera ein farbiges Bild der eben gemachten Aufnahme gezeigt wird, so müssen vorher im Computer der Kamera nach einem vorgegebenen Algorithmus (Kochrezept) für jeden Bildpunkt die Werte der anderen Grundfarben aus den Werten der Nachbarpixel interpoliert (erraten) werden. Diesen Vorgang nennt man auch Entwicklung eines RAW-Bildes. Wie gut dieses Ergebnis ist, hängt von der Qualität des Computers und der Software ab. Die so berechneten Bilder werden dann im tiff-Format oder im jpg-Format abgespeichert. Dies erklärt, warum die Bilder verschiedener Kameras, die den gleichen Sensor besitzen, dennoch unterschiedlich sein können.
Bilder im tiff-Format oder im jpg-Format sind also gegenüber dem RAW-Bild bereits verändert (interpoliert ) worden. Außerdem sind nicht mehr alle Informationen, die ursprünglich im RAW-Bild vorhanden waren, zugänglich. Raw-Bilder haben eine Farbtiefe von 10 bis 12 Bit, tiff-Bilder und jpg-Bilder aber nur von 8 Bit.
Wer bei der Bearbeitung eines Digitalbildes alle Informationen, die ursprünglich vorhanden waren, benützen will und bei der Qualität der Interpolation selber mit entscheiden möchte, muss als Ausgangbild eine RAW-Bild verwenden. Bei Aufnahmen mit schwierigen Lichtsituationen ist es also empfehlenswert, die Abspeicherung im RAW-Format und im jpg-Format gleichzeitig vorzunehmen.